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„wenn man leicht die Form für das Wahre hält“

29 sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und die Beschneidung des Herzens ist eine Beschneidung, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Dessen Lob kommt nicht von Menschen, sondern von Gott. (Rö 2:29, Luther)

5 Alle ihre Werke tun sie aber, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie machen nämlich ihre Gebetsriemen breit und die Säume an ihren Gewändern groß,
6 und sie lieben den obersten Platz bei den Mahlzeiten und die ersten Sitze in den Synagogen
7 und die Begrüßungen auf den Märkten, und wenn sie von den Leuten »Rabbi, Rabbi« genannt werden.
(Mat 23:5-7, Schlachter)

Demütige und andächtige Reden, höflich Gebärden und Ergebenheit herauskehrende Gedanken sind meistens heuchlerisch.

Hingegen sind Scherzreden, freche Mienen, Kleidung, Körperhaltungen und verwegene Untersuchungen, die über jemandes Beruf hinausgehen, Zeichen der Einbildung.

Das ist Gnade, wenn man von sich selbst selten oder dann mit Bescheidenheit redet, in Gebärden unauffällig und eher ängstlich ist, in Gedanken fleißig den Wandel Jesu betrachtet.

Ferner sind freundlicher Blick mit den Augen, Lobenserhebungen, Geschenke und Schwatzhaftigkeit öfters Mittel, um Eigenliebe, Geiz und Bosheit zu verdecken.

Hingegen sind Vergnügungen, Flatterhaftigkeit, verletzende Worte, Pünktlichkeit in Nebensachen, rauhes Wesen und unangebrachte Vertraulichkeit gegen die Liebe.

Die Hauptsache beim Umgang in der Liebe ist Weisheit aus der Einfalt, Mitleiden aus der Versöhnung, Freimütigkeit und Stille aus der Gemeinschaft mit Gott

Heimliches Weitererzählen der Gesinnung andrer über jemand, Herauslassen des über jemand gefaßten Unwillens und Offenbaren seiner eignen Unarten sind falsche Aufrichtigkeit.

Hingegen ist Argwohn oder Richten über andere, rätselhaftes Reden, langes Besinnen oder viele Worte machen, wo man dienen sollte, der Liebe schnurstracks entgegen und zuwider.

Der Grund der Aufrichtigkeit ist die Erleuchtung aus wahrer Frucht Gottes, Bekümmernis über die Mißverständnisse unter den Gläubigen und Fleiß im Wort und Werk Gottes.

(Johann Ludwig Fricker, 1729-1766, aus: „Weisheit im Staube“, Zeugnisse der Schwabenväter)


Verfasst: 04.07.2026, 09:02 Uhr
Editiert: 04.07.2026, 09:08 Uhr

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