5 Der Gott des Ausharrens und der Ermunterung aber gebe euch, gleichgesinnt zu sein untereinander, Christus Jesus gemäß,
6 damit ihr einmütig mit einem Munde den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus verherrlicht. (Rö 15:4-6, Elb)
8 Und noch etwas möchte ich euch sagen, und das gilt für alle: Haltet einmütig zusammen! Nehmt Anteil am Leben des anderen und liebt einander als Geschwister! Geht barmherzig miteinander um und seid nicht überheblich. (1. Petr 3:8, HFA)
Manche leben im Glauben, sie könnten die Art des anderen ändern. Das ist eine Illusion. Wenn schon der Heilige Geist lange braucht, den Charakter eines Menschen zu verändern, brauchen wir uns nicht einzubilden, in unseren Bemühungen erfolgreich zu sein. Selbst die Ehegemeinschaft vermag es nicht, wesentliche Grundzüge im Wesen eines Menschen zu ändern. Viele Gläubige, denen die Charaktergegensätze durchaus bewusst sind, hoffen erwartungsvoll auf eine Änderung. Doch alles bleibt beim Alten. Wenn es eine Hoffnung gibt, die zuschanden werden muss, dann ist es diese.
Den Ehemann, der es vermöchte, seine Frau zu ändern, muss ich erst noch kennen lernen. Wie ich schon einmal sagte, bekommt man beim Heiraten »fertige Ware« und nicht »unfertige«. So wie der Mensch vor der Ehe ist, so wird er auch nachher sein. Deshalb kann nicht genug beobachtet und abgewogen werden, bevor man sich zur Ehe entschließt.
Mahnung
Entschuldigt, dass ich noch mehr sage. In den über 10 Jahren, die ich in Schanghai gearbeitet habe, verbrachte ich ¼ meiner Zeit mit der Lösung von Familienschwierigkeiten. Aufgrund dieser Erfahrung bin ich ein entschiedener Warner vor Ehen, bei denen zu große Gegensätze zusammenkommen. Dieser Warnung Entgegen zu handeln, wird den Eheleuten und den Kindern schaden. Es sind gerade die Kinder, die es deutlich zu spüren bekommen, ob eine Ehe harmonisch ist oder nicht. Sie werden zwischen Mutter und Vater hin- und hergerissen und wissen nicht, wo sie nun wirklich hingehören. Ja, dies kann sogar Auswirkungen auf ihr Seelenleben haben.
Gemeinsamkeiten
Christen sollten sich immer wieder klar machen, dass in der Liebe sowohl die äußeren als auch die inneren Dinge zählen. Aus diesem Grund sollten sie nie allein nach der äußeren Erscheinung einen Lebensgefährten wählen, auch wenn sie davon ganz in Beschlag genommen sind. In Schanghai lernte ich zwei Eheleute kennen, welche ständig miteinander stritten. Ich fragte den Ehemann, warum er sie denn überhaupt geheiratet habe, wenn er jetzt so mit ihr umgeht. Ich erfuhr, dass er sich bei der ersten Begegnung von ihren rabenschwarzen Augen betören ließ. Offensichtlich war dies eine Liebe, die nur auf Äußerlichkeiten beruhte, denn nach der Heirat waren die Augen vergessen und die eigentlichen Unterschiede in ihrem Wesen kamen zum Vorschein. Während sie gern laut lachte, war er gern ruhig; während sie sehr flink war, war er behäbig und langsam.
Wir dürfen nicht vergessen, dass die Eigenarten eines Menschen ein dauerhaftes, keineswegs nur zeitweiliges Problem darstellen können. Auch wenn die äußere Erscheinung jemanden zur Heirat bewegen kann, so ist es doch nicht diese, die die Ehe in Wirklichkeit stützen kann. Die äußerliche Anziehung kann jemanden in Bewegung setzen, aber nicht die Kraft geben, in Bewegung zu bleiben.
(Watchman Nee)
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