„Niemand kann ein geistliches Leben ohne Anfechtungen führen.“
Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.(Jak 1:12, Elb)
Keine Versuchung hat euch ergriffen als nur eine menschliche; Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, sodass ihr sie ertragen könnt.(1.Kor 10:13, Elb)
Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat. (Rö 8:37, Elb)
Es wird von keinem erwartet, ein geistliches Leben ohne Anfechtung und Krisen zu führen. Wichtig ist nur, daß diese schwierigen Phasen nicht versteckt und geheim ablaufen, sondern mit eingebracht werden in das Leben der Gemeinschaft, damit sie daran wächst und der, der in der Krise steht, gerade dort die tragende Kraft erfährt.
Auch im Blick auf Krankheit ist diese Offenheit wichtig. Wie viele entziehen Gott und der Gemeinde die Möglichkeit, Wunder zu tun und zu erfahren, dadurch, daß sie mit ihren Krankheiten physischer oder auch psychischer Art allein bleiben. Nicht nur Jesus, sondern auch die Gemeinde hat von Anfang an die Krankheit als große Gelegenheit wahrgenommen, Gottes Kraft und Fürsorge in Anspruch zu nehmen. Dabei zeigen sich die Kräfte Gottes und der Gemeinschaft nicht immer in unmittelbaren Heilungen, sondern oft auch in der Fähigkeit zu tragen, auszuhalten und miteinander den Weg durch das Dunkel einer menschlich unlösbaren Krise zu gehen. Gemeinschaft der Liebe heißt ja nicht, daß wir uns immer beweisen müssen, daß alles klappt, sondern daß wir einen Ort haben, wo die einzelnen so sein können, wie sie sind, und so werden dürfen, wie Gott sie gewollt hat.
Das Lastentragen gilt auch im Blick auf die Verhältnisse. Der Schüler soll mit seinen Schulproblemen und der Lehrer mit seinen Fragen in bezug auf die Schüler in der Gemeinde ein offenes Ohr finden. Die sozialen Verhältnisse sollten in der Gemeinde auch Ursache zum Mitleiden und zum Mitfreuen sein. Der Reiche, der im Wohlstand lebt, darf die anderen mit hineinnehmen in die Möglichkeiten und Gaben, die Gott ihm geschenkt hat. Er darf sie zu Dank und Mitfreude ermuntern und damit eine Gelegenheit geben, Neid und Eifersucht zu überwinden. Der Arme dagegen, der in wirtschaftlichen Problemen steckt, darf seinen Stolz überwinden, sich mit seinen Schwierigkeiten und Nöten anvertrauen und damit die Kraft der Liebe und des hilfreichen Tuns in der Gemeinde stärken. Armut und Reichtum müssen nicht nivelliert werden, sondern sie sind eine Gelegenheit, in den verschiedenen Gegebenheiten Gottes Gaben und Möglichkeit zu erproben.
Ein besonderes wichtiges Kapitel ist das Lastentragen im Blick auf Ehe und Familie.
Warum müssen hier die Schwierigkeiten so lange verheimlicht werden, bis sie nicht mehr zu tragen sind, bis eine Ehe vor dem Auseinanderbrechen steht oder die Kinder aus dem Elternhaus weglaufen? Könnten nicht kleine Ehepaargruppen in dieser Offenheit des Lichtes und der Liebe über ihre Fragen und Probleme sprechen, sich gegenseitig Anregungen geben, sich Mut machen und durch eine nüchterne Betrachtung der Situation auch Lösungen entdecken, die alleine nicht gefunden werden? …
(Wilhard Becker)
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Was haben wir aus der Geschichte der Jesusnachfolger gelernt?
Es wird höchste Zeit sich als Wiedergeborener Christ – und auf den Männern liegt dabei natürlich die größere Verantwortung – zu sagen „nein so geht es nicht weiter!
Wie Luther vor mehr als 500 Jahren sinngemäß sagte:
„Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen“
So wurden Luthers Worte am Ende seiner Rede auf dem Reichstag 1521 in Worms überliefert.
Diese Worte sind Zeugnis einer festen Gewissheit, einer standhaft vertretenen Glaubensüberzeugung. Vor Kaiser und Reich, unter Gefahr für Leib und Leben bleibt Luther bei seiner Lehre. Sein Gewissen ist in Gottes Wort gefangen, deshalb können menschliche Autoritäten, auch die Autorität der Kirche, des Papstes, der Konzilien, ihn nicht überzeugen.
Solche Standhaftigkeit, solch eine klare Position ist nötig, wenn Gott unsere Füße auf weiten Raum stellt. Im weiten Raum der vielfältigen Erfahrungen, der Gespräche mit vielen Menschen, der Begegnung mit anderen Kulturen und Religionen brauchen wir eine innere Gewissheit, die uns Orientierung gibt.
Auf der anderen Seite wächst solche innere Gewissheit nur im weiten Raum der Gotteserfahrung, der Begegnung mit Seinem Wort, der Erfahrung, von ihm als gerecht angesehen zu werden.
Im Leben eines Christenmenschen gehört beides zusammen: die Gotteserfahrung des weiten Raumes und die Gewissheit, die Orientierung gibt: Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir.
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Wahrnehmung
Ja, wir müssen wieder in ganz kleinen überschaubaren Gemeinschaften (Hauszellen) anfangen, wenn uns das auf dem Herzen liegt, so wie die erste Gemeinde entstanden ist.
[Die erste Gemeinde („Urgemeinde“) entstand in Jerusalem und wurde von den Judenchristen Petrus, Johannes und Jakobus, einem Bruder Jesu, geleitet.]
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