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Stückwerkhafte Gedanken zur Losung am 15.2.2026
Josefs Brüder baten ihn:
Nun vergib doch diese Missetat uns,
den Dienern des Gottes deines Vaters!
1. Mose 50, 17
Der Lehrtext:
Seid aber untereinander freundlich und herzlich
und vergebt einer dem andern,
wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Epheser 4, 32
Josefs Brüder - Josef hatte ihnen alles verziehen.
Das tat er schon damals, bevor er sich ihnen gegenüber
zu erkennen gab.
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1. Mose 45, 13-15
13 Verkündet meinem Vater alle meine Herrlichkeit in Ägypten
und alles, was ihr gesehen habt;
eilt und bringt meinen Vater hierher.
14 Und er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte,
und Benjamin weinte auch an seinem Halse,
15 und er küsste alle seine Brüder und weinte an ihrer Brust.
Danach redeten seine Brüder mit ihm.
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Sollte Josefs Verzeihen unecht sein?
Jedenfalls, als Jakob starb,
brach in den Brüdern eine Angst auf,
Und sie gingen zu Josef
und konstruierten in ihrem Herzen eine Lüge.
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1. Mose 50, 17
15 Die Brüder Josefs aber fürchteten sich,
als ihr Vater gestorben war, und sprachen:
Josef könnte uns gram sein
und uns alle Bosheit vergelten, die wir an ihm getan haben.
16 Darum ließen sie ihm sagen:
Dein Vater befahl vor seinem Tode und sprach:
17 So sollt ihr zu Josef sagen:
Vergib doch deinen Brüdern die Missetat und ihre Sünde,
dass sie so übel an dir getan haben.
Nun vergib doch diese Missetat uns,
den Dienern des Gottes deines Vaters!
Aber Josef weinte, als man ihm solches sagte.
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Wieder weinte Josef, diesmal jedoch aus einem anderen Grund.
Er durchschaute ihre Angst und war traurig darüber,
dass sie ihm seine Vergebung nicht geglaubt hatten.
Sie hatten ihm seine Liebe, seine Vergebung, nicht geglaubt.
Sie sahen nicht auf Gott sondern auf sich.
Denn hätten sei auf Gott geschaut,
hätten sie Spielraum zum Dank gehabt,
dann wäre aber kein Raum für die Angst da gewesen.
Sie suchten sich zu schützen, verloren sich aber dabei.
Ja, sie biederten sich an, und es erinnert an Josefs Traum,
die Garben, die sich vor seiner Garbe verneigten.
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1. Mose 50, 18-21
18 Und seine Brüder gingen selbst hin
und fielen vor ihm nieder und sprachen:
Siehe, wir sind deine Knechte.
19 Josef aber sprach zu ihnen:
Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an Gottes statt?
20 Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen,
aber Gott gedachte es gut zu machen,
um zu tun, was jetzt am Tage ist,
nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk.
21 So fürchtet euch nun nicht;
ich will euch und eure Kinder versorgen.
Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.
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"Gott gedachte es gut zu machen"
Denn Gott wollte sein erwähltes Volk bewahren.
Josef tröstet seine Brüder erneut:
"Fürchtet euch nun nicht!"
Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.
Kennen wir das?, Jesus hat uns alle unsere Sünde vergeben,
und es steigt irgendwann doch die Angst hoch …?
Vielleicht doch nicht?, …
Und dann kommt die sanfte Stimme des Hirten,
mit seinem "Fürchte dich nicht!" in unser Inneres.
Und wir erlebten schon so oft,
wie er uns tröstet und freundlich mit uns redete.
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Matthäus 11, 27-30
27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater,
und niemand kennt den Sohn als nur der Vater;
und niemand kennt den Vater als nur der Sohn
und wem es der Sohn offenbaren will.
28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir;
denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig;
so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
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Wenn uns der "Sanfte", der "Geduldige", "der Demütige" tröstet,
und das tut er alles von Herzen, wie können wir dann
noch einen Groll gegenüber einer Schwester oder einem Bruder
mit uns tragen und daran festhalten?
Der "brave" Sohn, der zu Hause blieb,
er trug am Ende der Geschichte in Lukas 15 die größere Last,
Größer als die Last seines Bruders, der in der Fremde hungerte.
Denn der Ältere wollte nicht hineingehen
um Gemeinschaft mit seinem Bruder zu haben.
Und so hatte er auch sich dem Feiern und der Gemeinschaft
mit seinem Vater entzogen.
Aber der Vater kam heraus,
er wollte auch den Älteren dabei haben.
Das Herz des Älteren wandte sich so vom jüngeren Bruder ab,
dass er sogar in Kauf nahm,
nicht die Freude seines Vaters bei der Feier zu sehen.
Es ist eine ernste Sache, nicht zu vergeben.
Denn den Stab, den wir über den anderen brechen,
er schwächt uns selbst viel mehr als den anderen.
Wir verlieren eine geistliche Integrität,
und öffnen Satan eine Tür.
Wo ist hier der Götze? - Wir selbst sind es!
Wir beten unser Recht an, wir beten unsere Sichtweise an,
unser Ego.
Wir hören auf eine Stimme, die sagt:
"So etwas Schlimmes kann man nicht vergeben!"
Und dabei glauben wir ihr und sind darin ungehorsam.
Wir ahnen nicht den Abgrund unseres eigenen Herzens,
dass wir selbst zu viel Schlimmeren auch fähig sind,
7x schlimmer als das Schlimmste was uns widerfahren ist.
Und Gott darf uns das auch nicht zeigen,
denn er dringt nicht durch.
Denn wir beten unsere eigene Person an.
Das ist keine Nachfolge Jesu in diesem Moment.
Bewusst schreibe ich in diesem Moment,
denn die Erwählung, die Neugeburt von oben her,
das wird nicht in Frage gestellt.
Aber die Sünde muss dennoch auf den Tisch.
Und wenn wir das nicht wollen,
so dümpeln wir in einer eigenartigen braunen Egosoße.
Wir leben dann nicht im Licht (1. Johannesbrief 1, 5-10).
Es wird uns nicht gelingen, aus diesem Kerker zu kommen.
Die Geschichte vom Schalksknecht sollten wir lesen,
die Kreuzigung Jesu uns vor Augen führen,
seine vergebenden Worte.
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Jesaja 53, 10-12
10 Aber der HERR wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit.
Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat,
wird er Nachkommen haben und lange leben,
und des HERRN Plan wird durch ihn gelingen.
11 Weil seine Seele sich abgemüht hat,
wird er das Licht schauen und die Fülle haben.
Durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte,
den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden.
12 Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben
und er soll die Starken zum Raube haben dafür,
dass er sein Leben in den Tod gegeben hat
und den Übeltätern gleichgerechnet ist
und er die Sünde der Vielen getragen hat
und für die Übeltäter gebeten.
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Wenn einer das wirkliche Recht hätte, nicht zu vergeben,
dann wäre das Jesus am Kreuz gewesen.
Der alle unsere Schuld auf sich nahm,
auch unser "Nicht-vergeben-Wollen"
Es kostet auch Gott Tränen,
wenn seine Vergebung nicht erkannt wird.
Wenn wir ihn bestechen wollen als Diener,
anstatt "seine Gnade ihm zu glauben!"
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Matthäus 5, 7-9
7 Selig sind die Barmherzigen;
denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8 Selig sind, die reinen Herzens sind;
denn sie werden Gott schauen.
9 Selig sind, die Frieden stiften;
denn sie werden Gottes Kinder heißen.
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Vergeben ist Barmherzigkeit.
Sind wir Jesu Kinder, so sind wir auch Vaters Kinder,
der seine Sonne über Gut und Böse scheinen lässt.
Der auf unsere Umkehr hofft.
Wenn wir nicht vergeben,
öffnen wir der Unreinheit und dem Unfrieden die Tür.
Gott widersteht uns dann in manchen Dingen,
die Freude an Jesu Liebe verfliegt.
Unser Herz wird unrein, wir können im Geist
Gott nicht schauen, und können keinen Frieden leben.
Da passt unser Verhalten dann nicht zu unserer Kindschaft.
Satan vergibt nicht, er lügt, ist ungerecht und unbarmherzig.
Nicht-Vergeben ist sein Werkzeug. Das Nicht-Vergeben
verändert die Sichtweise und es bildet sich Zorn.
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Epheser 4, 23-
23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn
24 und zieht den neuen Menschen an,
der nach Gott geschaffen ist
in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.
25 Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit,
ein jeder mit seinem Nächsten,
weil wir untereinander Glieder sind.
26 Zürnt ihr, so sündigt nicht;
lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen
27 und gebt nicht Raum dem Teufel.
28 Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr,
sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen
das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann.
29 Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen,
sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist,
damit es Gnade bringe denen, die es hören.
30 Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes,
mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung.
31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn
und Geschrei und Lästerung
seien fern von euch samt aller Bosheit.
32 Seid aber untereinander freundlich und herzlich
und vergebt einer dem andern,
wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
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🙏
"Danke unser Vater, dass du in Jesus, deinem Sohn, da bist.
Vor dir wollen wir in ihm sein, und Gemeinschaft mit dir
und deinem Sohn durch deinen guten Geist haben.
Wie soll das gehen, wenn wir nicht vergeben?
Es betrübt dich, wenn wir auf die Schuld von Menschen schauen.
Du vergibst uns, wie wir vergeben."
"Ach Vater, wir wollen doch gerne vergeben,
vergib dem anderen, der Böses an uns tat,
uns verletzte in unserem Innern und Äußern."
"Vater erfülle uns dazu mit deiner Gnade,
Gnade für das Vergeben an anderen
und Gnade dass uns vergeben wird. Beides."
"Hilf anderen, an denen wir schuldig wurden, uns zu vergeben.
Heile auch den von uns angerichteten Schaden in ihrem Innern.
Vater, hilf uns auf Jesus zu schauen.
Danke, Herr, dass du uns unsere unbezahlbare Schuld
vergeben hast und alles bezahlt hast.
Wir vertrauen auf deine Barmherzigkeit, nicht auf unser Beten.
Gelobt sei deine Treue und dein Name, Herr Jesus Christus,
die Herrlichkeit deiner Gnade."
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Josefs Brüder baten ihn:
Nun vergib doch diese Missetat uns,
den Dienern des Gottes deines Vaters!
1. Mose 50, 17
Der Lehrtext:
Seid aber untereinander freundlich und herzlich
und vergebt einer dem andern,
wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Epheser 4, 32
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Danke, für das Lesen. 🌿
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Kommentare zu diesem Blogeintrag
Wenn wir es schaffen, die richtige Perspektive einzunehmen ist Vergebung nicht schwer.
Josef hatte diese Perspektive. Ihm wurde der Plan Gottes offenbar, denn er war ja die treibende Kraft, die dafür sorgen sollte, dass viele Menschen am Leben bleiben und Gott sich dadurch offenbart, in dem Er durch Josef wirkt.
1Mo 50,20 Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk.
Für ihn war die Sache klar, aber ich denke die Brüder konnten das Ausmaß nicht fassen, obwohl sie ja Zeugen davon waren.
Das hat ihr Weltbild gesprengt.
Doch Josef lebte und er hatte alle Befehlsgewalt über ein ganzes Land. Wow. Der unerwünschte kleine Bruder hat woanders die volle Wertschätzung erfahren, doch es war für ihn auch ein intensiver Weg voller Prüfungen und Lernerfahrungen.
Ich liebe die Geschichte von Josef und am meisten berührt mich, wenn sein Vater Jakob ihn nochmal wiedersieht und dann Frieden finden kann, denn ihm brach es das Herz, dass Josef tot sein sollte.
Dass die Brüder nochmal Angst hatten nach dem Tod des Vaters kam vielleicht daher, dass sie eher vor der Autorität, die Josef jetzt innehatte total Angst hatten. Denn selbstverständlich hätte er die Macht dazu gehabt, ihnen auch etwas anzutun, doch das lag ihm fern. Sie haben ihren Bruder ihr Leben lang nicht erkannt, sein Wesen war anders als ihres. Ihnen fehlte das Verständnis und die Liebenswürdigkeit, die er im Herzen hatte.
Aber er liebte sie trotzdem. Sehr. Es hat ihn so bewegt, dass sie auf einmal da waren. Das berührt mich.
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